Januar - Musiker ernten Beifallsstürme

Presseartikel aus den Westfälischen Nachrichten vom 02. Januar 2013 über das Weihnachtskonzert der BMV.

Wie sehr die Nottulner Bevölkerung ihren „Konzertsaal“ St. Martinus liebt, wie sehr sie gleichzeitig ihr Vorzeigeorchester, die Blasmusik-Vereinigung – kurz „BMV“ – schätzt, bewies der Andrang beim Weihnachtskonzert. So als wollten beide – Orchester wie Fans – so kurz vorm Jahresabschluss noch einmal den absoluten kulturellen „Kick“ erleben, setzte das große Orchester im Chor wie auch das Publikum in den Kirchenbänken alle Register frei. Hier das Können, dort die Begeisterung.

„So wie die Geburt Jesu uns neue Freude gebracht hat, soll auch diese, mit konzertanten Feinheiten gefüllte Stunde uns in eine Stimmung voller Fröhlichkeit, Besinnlichkeit und Poesie leiten“, hieß es in den Vorworten. Und dieses Ziel wurde mehr als erreicht.

Dank der meisterlichen Beherrschung dieses großen Orchesters durch seinen Dirigenten Heinz Schaffeld und dessen Rezeptur der „feinen Schritte“ ergänzten sich die Instrumentalgruppen in einem edlen Klang-Cuvée. Gesteigert wurden die Empfindungen, wenn sich die Klänge im Resonanzkörper, dem Gewölbe von St. Martinus, ausbreiten konnte. Bestes Beispiel war der Einsatz des Jugendorchesters beim Titel „Carol of the Drum“, hierzulande unter dem Titel „Kleiner Drummer-Boy“ besser bekannt. Dabei krochen die Vibrationen, die Solo-Schlagzeuger Jonas Henke seinen Trommeln entlockte, bis in die letzte Kirchenbank, ohne ein einziges Mal hart, kantig oder laut gewesen zu sein.

Überhaupt: das Jugendorchester! Wie viel Einsatz und Probenarbeit die Orchesterleitung in ihren Nachwuchs gesteckt haben mag, konnten selbst versierte Konzertbesucher nur schätzen. Zu Recht durften die etwa 25 engagierten Jugendlichen deshalb auch einen Großteil der besinnlich-weihnachtlichen Kompositionen bestreiten.

Ob nun „Christmas Concerto“, „Christmas Portrait“ oder „Christmas Classik“ – die gut zwei Dutzend BMV-Nachkömmlinge belegten eindrucksvoll, dass sie bereits höchsten Anforderungen gewachsen sind. Diszipliniert und aufmerksam folgten sie den Einsatzforderungen ihres Meisters. Wenn schon der „Drummer-Boy“ für respektvolle Aufmerksamkeit sorgte, gelang es ihnen, im Klarinetten-Quartett mit Vanessa Linke, Sarah Sonntag, Helena Gawinski und Jan-Phillip Pöter diese Wertschätzung noch zu steigern. Mit ihrer Darbietung von Johnsons „White Forests“ werden sie beim nächsten BMV-Konzert am Sonntag (6. Januar) um 17 Uhr in der Jakobikirche Coesfeld die Zuhörer gewiss genauso zu Beifallsstürmen hinreißen wie in Nottuln.

Von Dieter Klein, WN

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