April - Pressebericht zu "Musicals and more"

Pressebericht aus den Westfälischen Nachrichten vom 25.04.2016 über das BMV-Konzert "Musicals and more"; erschienen unter dem Titel "Faszinierende musikalische Reise"

Nottuln - Die Blasmusikvereinigung (BMV) Nottuln steht für mitreißende Musik. Das stellte sie auch mit ihrem Musical-Programm unter Beweis.
Wenn die große Mehrzweckhalle am Gymnasium zur „Music Hall“ umfunktioniert wird, wenn diese am Abend voll besetzt ist und wenn dann wundervolle Klangwellen durch den Raum branden, dann weiß jeder Nottulner: Hier findet wieder ein Konzertabend mit der Blasmusikvereinigung statt.

So wie am Samstag, als die BMV zu ihrem neuen Programm „Musicals and more“ einlud. Geboten wurde ein faszinierender Abend mit bekannten Musical-Kompositionen. Ein Abend, den es – wie die beiden Moderatoren Michael Denter und Jan-Philip Pöter betonten – vor zehn Jahren an gleicher Stelle schon einmal gab – nur damals nicht mit dem Zusatz „more“. Was dieses „Mehr“ zu bedeuten hatte, erlebten die begeisterten Gäste erst nach der Pause.

Zuvor fuhr Dirigent Martin Schlömer mitsamt dem Hauptorchester erst einmal eine Strecke mit dem feurigen „Starlight-Express“. Er unternahm mit der Dampflok „Rusty“, dem Luxuswaggon „Pearl“ und der Diesellok „Greaseball“ einen ebenso eindrucksvollen wie einfühlsamem Ritt durch das weltbekannte Musical.



Den ersten Zwischenstopp füllte „S(w)inging Connection“, der Frauenchor aus Horstmar unter der Leitung des Nottulners Karl Hauk-Zumbülte, der auch schon vor zehn Jahren mit von der Partie war. Am Samstag begeisterten die Sängerinnen mit „I don‘t know how to love him“ aus Andrew Lloyd Webbers Welterfolg „Jesus Christ Superstar“.

Dass der „König der Löwen“ dem Jugendorchester vorbehalten war, passte gut ins Bild. Die emotionsgeladene Geschichte vom kleinen Löwenjungen Simba, vertont von Elton John und Hans Zimmer, gehört zu den Musicals, die die jüngeren Zuhörer besonders lieben.

Das Kontrastprogramm bot danach der so prächtig wie gruselig arrangierte „Tanz der Vampire“. Und dann kam wieder die „S(w)inging Connection“, die mit einem Medley aus „Grease“ den amerikanischen High-School-Alltag der 1950er-Jahre bewusst kitschig zum Leben erweckte.

Nachdem dann „Rocky Balboa“ die hellauf begeisterten BMV-Gäste in die Pause geschickt hatte, kam auch die Aufklärung über das „more“ im Programmtitel. Denn es folgte „Panta Rhei“, eine Komposition von Markus Götz, die keinem Musical entstammt. In „Panta Rhei“ („Alles fließt – ein Dorf im Fluss der Zeit“) zeichnet Götz mit musikalischen Mitteln die Geschichte des Dorfes Atzenbach nach, durch das das Flüsschen Wiese fließt, und lässt die Komposition in ein mitreißendes Finale münden. Danach schafften es die ebenfalls brillant vorgetragenen Stücke aus „Tarzan“ und „Les Misérables“ nur noch zu schönen „Nebenrollen“.

Zum Finale hin dann aber noch ein weiteres Highlight: „Sister Act“, intoniert vom Hauptorchester und dem Jugendorchester gemeinsam. Danach fragte sich das entfesselte Publikum zurecht: „Womit wollen die Bläser eigentlich in ihrem kommenden Jubiläumsjahr aufwarten? Ist denn eine Steigerungen überhaupt noch möglich?“

Von Dieter Klein, WN

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