Februar - Mitgliederversammlung der Blasmusikvereinigung

Presseartikel aus den Westfälischen Nachrichten vom 25.02.2022


Nottuln - Die Blasmusikvereinigung kann mit Recht stolz auf ihr Projekt zur musikalischen Bildung sein. Die Resonanz, so hieß es auf der Mitgliederversammlung, sei groß. Dennoch gibt es zwei Probleme.

Die Blasmusikvereinigung (BMV) Nottuln blickte jetzt bei ihrer Mitgliederversammlung auf ein ereignisreiches und erfolgreiches Jahr zurück. Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, war 2021 durch zahlreiche Aktivitäten und große Veränderungsprozesse in der BMV geprägt. Zu diesem Ergebnis kamen die Vorsitzenden Nils Walter und Jürgen Schulze Tilling in ihrem Jahresbericht.

2021 stand zum großen Teil im Zeichen des Projektes „Ausbau der musikalischen Bildung in Nottuln“, das mit finanzieller Förderung des Leader-Programms und der Gemeinde Nottuln durchgeführt wird. „Es ist eine große Freude zu sehen, wie die vielfältigen Maßnahmen zum Ausbau der musikalischen Bildung in Nottuln ihre ersten Früchte hervorbringen. Wer nachmittags über den Schulhof des Rupert-Neudeck-Gymnasiums schlendert, erlebt unmittelbar, wie lebendig es rund um den Pavillon 6/7 zugeht, in dem 65 Kinder an der elementaren Musikerziehung teilnehmen und viele andere auf dem Weg zu ihrem Horn-, Fagott-, Klarinetten-, Posaunen- oder Oboenunterricht sind“, schwärmte Nils Walter.
Große Veränderungsprozesse und viele Aktivitäten

Und genau das ist das Ziel des Projektes und der vielfältigen Maßnahmen: Die Elementare Musikerziehung wurde neu aufgebaut, zahlreiche zusätzliche Lehrkräfte in auch bislang nicht besetzten Fächern wie Fagott, Oboe oder Horn konnten für den Instrumentalunterricht gewonnen werden. „Vom dritten Lebensjahr an bis zum Ende der Schulausbildung haben wir nun ein geschlossenes Ausbildungssystem anzubieten“, so Walter.

Immer schwieriger stelle sich allerdings die Akquisition von geeigneten Lehrkräften dar. Viele Lehrkräfte an kommunalen Musikschulen würden dank vom Land NRW zusätzlich bereitgestellter Mittel zurzeit durch die Kommunen in feste Anstellungsverhältnisse übernommen. „Das Land hat während der Corona-Krise erkannt, wie wichtig die musikalische Bildung für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist. Das ist positiv zu bewerten, kann aber die Möglichkeiten von in der Ausbildung tätigen Musikvereinen wie der BMV, die keine Festanstellungen darstellen können, einschränken.“

Schon nach gut einem halben Jahr Projektlaufzeit verzeichnet die BMV deutlich mehr Zuspruch zu ihrem außerschulischen Bildungsangebot. Einen wichtigen Beitrag leisten dabei die beiden Schülerorchester, die jeweils dienstags im Gymnasium proben. „Das gemeinsame Musizieren mit Gleichaltrigen ist etwas ganz Besonderes. Wenn das eigene Können einfließt in den Klang eines ganzen Orchesters, sind das Gänsehautmomente. Auf solche einzigartigen Erfahrungen arbeiten unsere Schülerinnen und Schüler hin“, so Jürgen Schulze Tilling.
Lehrkräfte und Raumkapazitäten werden knapp

Hinweisen musste der Vorsitzende die Versammlung angesichts wachsender Schülerzahlen allerdings darauf, dass die begrenzten Raumkapazitäten im Gymnasium – auch wegen des Vorrangs des Schulbetriebs – mittelfristig nicht ausreichen werden und die BMV daher nach weiteren Musikräumen Ausschau halten muss, an denen der Unterricht zusammengefasst werden könnte. Neben der Verfügbarkeit von Lehrkräften sei die mittelfristige Klärung der Raumfrage der zweite Schlüsselfaktor für das Gelingen des Projektes.

Neben dem Ausbildungsthema standen der Bericht über die solide Finanzlage der BMV, die Neuwahl von Jonas Henke als weiterem Vorstandsmitglied und ein Ausblick auf die Konzerte und Auftritte der Orchester auf der Tagesordnung. Freuen können sich Musikfreunde schon jetzt auf ein besonderes Konzert mit dem Blasorchester der BMV, das am 20. März (Sonntag) in der Reihe „Finde dein Licht“ des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in der Nottulner Pfarrkirche aufgeführt wird. Gemeinsam mit dem Organisten Daniel Gerlach und einem Sopranistinnenchor probt das Orchester zurzeit unter der Leitung des eigens für dieses Projekt engagierten Dirigenten Norbert Fabritius an der „Missa brevis“ des Komponisten Jacob de Haan. Den Anstoß für dieses Konzert gab die Nottulnerin Margarete Rademacher, die sich auch um die finanzielle Unterstützung durch die Kulturförderung der Gemeinde Nottuln bemüht hat.

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